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Das Schillernde


Anbinden an… - Anbindung. – Ich, mich? - Einbinden - Einbindung – Einbildung - Du? – Das Bild gesucht, gebildet, gebunden an was? - An einen Baum, an einen Apfelbaum, einen guten. – Gefunden. - Gebundene Bindung. – Die Tür knallt zu. - Der Wind. Das Kind. Der Vater. Ein Schreck. - Geh! - Bleib. - Bitte. - Der. - Wahnsinn. – Die – Sonne leuchtet. – Sie schickt mir Apfelblüten. - Was ist? - Sind Worte Träume? - Bin ich ein Wort? – Ein Mensch bist du. – Keine Lüge - im Wesen. – Geht es sich heiter? – Das Labyrinth nicht suchen. – Die Windung finden, die Bindung. – An ein großes Herz, ein Doppelherz. – Der Tänzer kommt als Meeresrauschen. - Ein Plaudern im Gehör. – Das weint und dreht sich als ein Karussell. - „Pferde und Helden“. – Es weiß ein Ich vom Du in dir. – Die Liebe ist – kein Radieschen kauen. – Mit und oder ohne. – Was ist schon ohne? – Die Bindung ist es nicht. – Da ist die Weite ein neues Land. – Ebbe. - Eine Schatztruhe. – Wut. – Es soll nicht rückwärts gehen in die andere Zeit. – Das Niemandsland, das ungehoffte. – Der Apfelbaum. – Da ist das Wespennest. – Da sind die Bilder, die bunten. - Lichtsäulenspiegelungen im See, die weit entfernten, die schönen. - Die kleinen Türme, in denen Wünsche wohnen. – Du. – Ich sitze am Baum, lehne mich an, binde mich an an die Rinde. – Eine große Umarmung. – Es war – eine lange Reise bis zum Gleichen. – Was bindet mich an? – Die Worte. - Das FrohSein. – Die Trauer. – Die innige Haut. – Das Herz. – Die Heimat. – Das Zufällige lenkt sich zwischen. – Vergessen. – Können. – Verzeihen. – Das ist auch eine Freiheit. – Der Wurf nach den Sternen. – Der Griff. – Das Fangen. - Wissen ist eine besondere Gabe, – mit Zukunft – eine Kraft. – Da ist kein Verschweigen. – Kein Zweifel im Foto, im Bild des Betrachters. – Da findet sich immer ein Reiskorn. – Ein Rätselraten. – Was hat Hölderlin mit Duchamp zu tun? – Die Tür knallt zu. – Wo bleibt der Himmel? – Die Hängematte? – Zwischen den Apfelbäumen. – Da wohnt der Trotz eines schielenden Kindes, das Selbst. – Die Ahnung nach einem weiten Weg. – Ein heikles Thema. – SelbstLos. – Jedes Sehen ist ein subjektives. – Ein Mensch bist du. – Keine Lüge. – Der Tänzer kommt ins Meeresrauschen. – Was bleibt ihm anderes? – Hitze brüllt durch das ungeschützte Seitenfenster. – Der Bürgermeister quält sich. – Lassen wir ihn. – sind eine Plage. - Er hat kein Wort verdient. – Das ist zu schade. – Es könnte rauchen auf dem Papier. – Es soll duften auf dem Papier, nebeln, wahr machen und reichen. – So ist das mit Menschen, mit Manchem. - Manche schenken dir ihr letztes Herz. - Es ist auch in der Liebe nicht so, dass … - Zu schwarz. – Und das soll Spaß machen? – Das macht – Bleibendes – im Bild, im Wort, im Gedanken, im Labyrinth eines anderen. – Es bleibt im Auge als Wahres – als Sehnsucht – als Schlange. – Als Pferd. – Als Traumtier. – Immerwahr, die Hoffnung. – Ein Apfelbaum. Der Garten ist ein Großes. – Wie klein die Wirklichkeit. – Nicht um Worte streiten. - Sie wandeln in lebendiges Schaffen. – Das ist ein Anliegen. – Ein Echtes. – Ein Gewachsenes. – Wem welches Wort sagen, das gehört auch zum Wachsen. – Das Fühlen ist keine NebenSache. – Der andere Ich, die andere so mutig. – Die geht, steht, wandert, schwitzt in ihren Ängsten. – In den Ecken, den Kanten. – Zur Strafe ein Glück, ein großes. - Ein Mensch zu sein, ohne Tränen, war nie ein Wunsch von mir. – Das ist wohl ein Geschehen. – Da siehst du, was du kannst.. – Worte sagen, so Worte sind. – So Fühlen. – Wie ein Apfelbaum, - seine Blüte, sein Grün, seine Frucht, sein Vogelnest, sein Raues, das Rauschen, sein Gehen, sein Alles. – Den Himmel. – Sein Wachstum. – Was ist ein Liebesbrief? – Ein netter, guter, lieber Retter? – Ein Traum von Wahrheit? – Eine Perlenkette aus der Truhe? -
Nicht aus der Luft gegriffen, keine private Abhandlung mit Zeiten, aus denen ich ein Schlosshund war. – Wir lieben Worte. – Ohne Sinn, Verstand und Wissen - sind Worte kein Gefühl. – Der Sommer ist ein ganzes Leben. – Wie ist es auf dem Mars? – Der Tänzer war da. – Ein Ozean. - Zwei Augen. - Blicke. - Vier Herzen. – Das geht, das Tanzen, auch wenn es niemand glaubt. – Und morgen ist – eine neue Welle? – Das geht nicht, - auch wenn es niemand glaubt. – Glauben ist kein Wissen. – Ein Tänzer ist ein Freund, ein wahrer. – Er weint nicht aus Angst, - er weiß ein wenig. – Wie? glauben Lilien überleben zu können, wenn sie kein Wasser sehen? – Wie lebt die Sonne? – Wer war meine Mutter, als ich Kind war? – Wer war ich bevor? – Ein Leben, - ein Ringen um Schlosshundgebaren. – Das geht nicht. – Du musst etwas sein. – Ein anderer Schlosshund vielleicht, der unter Tränen anschaut, wie sich die Sonnenblume wendet. – Das geht. Das ist kein Vergnügen. – Das ist…, wer weiß, was das ist? – Ein Rätselraten, ein großes. – Ungeeignet für alte Tanten, die nicht gelebt haben. – Geeignet für das, was Leben ist. – Manchmal eine Fahrradhupe. – Das ist alles. - Jeder weiß das. – Wie banal. – Da siehst du, wie das ist. – Nichts ist. – Wir sind. – Wenn Glück ist. – Winter und Schnee auf den Dächern des Nachbarn und wir verschicken Ansichtskarten. – Niemals an irgendwen. - An manche, - an wenige. – Aus Eukalyptuswäldern und Saharasand. – Das geht nicht, meinen viele. – Wir sind. – Wo sind wir? – Auf den Stoppelfeldern, in den Hecken hinter der Kirche, auf der roten Wiese? – Das habe ich es nie gefragt. – Das Leben. – Jetzt tu ich es. – Ganz einfach. – Ich frage nach der Größe. – Nach Gestalt. – Nach Reichtum in den Sinnen. – Sie gehen mir nicht aus. – Macht das lebenswert? – Es macht. – Es reicht. – Bis zu den Sternen, den kleinen. – Weniger den Großen. – Das könnte Sein sein. – Sinn sein. – Sinnlich. – Wir dürfen das nicht vergessen. – Jeder ist ein anderer. – Mensch. – Ein Gegenüber ist kein Krieg. – Ist das eine Wahrheit? – So wichtig wie die Petersilie auf dem Küchenbalkon? – Ein Leichtes packen, ein Warmes. – Als Feder gehen. – Den Müll in die große Aschentonne. – Das wäre das Beste, sagen die Leute. – Und keiner tut es, kein Jemand. – Eine ungewöhnliche Frucht, diese Blüte. – Pflückt jemand Äpfel? – Und wann? - Jeder ist der andere. – Ein Stuhl? - Nicht genug. - Nein, zwei Beine hat der Mensch. – Und wann? – Möglicherweise dann, wann die Zeit drängt, - wenn die Worte sich ganz anders sehen, – Tiefe sind. – Ein neues Wissen. – Das hilft mir aus dem Bett. – So einfach ist es. – Manchmal. – Keine NebenSache. – Ein Grund, weshalb ich bin. – Ein Vieles. – Das Quere wartet auf Beschneidung. – Mit Liedern trägt sich das, mit Wortgesang, mit Höhen. – Felder sehen. – Schafe. – Die schwarzen behüten, die guten. – Das geht nicht, sagen die Leute. – Was geht, sagen sie nicht. – So ist kaum ein anderer Jemand, der sich wagt. – Wehe. – Wenn das gut geht, dann drei Sterne an die Zimmerdecke. – Es gibt keine Fliege, die den Schlaf stört. – Ist das eine Behauptung? – Ein Wagnis steht über mir. – Wo steht der Wagen? – Ist er verletzt? – Kein Wunder bei dem Karren aus dem Dreck. – Hast du meinen Pass gesehen? – Den Weg ins Ziel? – Das ist zu viel an Eheleuten, dass sie vom Heuboden fallen. – Wenigstens einer als keiner. – Da bleibt kein Herz stehen, - kein gutes. – Da reibt es. – Voran. - Die Blüte treibt es. – Im Baumwollstrauch auch Früchte. – In einem SEIN. – Mensch. – Dann. – Gehen wir – Sehen. – Den Ozean. - Den verweinten. – Ein Tränengrab, ein großes. –
Die Zeit will viel von jedem. - Sie will sagen, - lehren, - Wege ins Ziel zeigen. - Die Wegweiser richtig stellen, die Uhren. – Sie will, dass wir hineinschauen in Tun und Sein. – Sie will nicht, dass wir uns mit Nebensächlichkeiten überschatten, - dem Muss des AllTags. - Sie fordert einen neuen Mut ab, - dem gestrigen Tag gewaltlos kriegerisch zu trotzen, - seinen Fehlern vor Allem - und das Gute, das Frohe schillern zu lassen. - Wer sagt das so? – Die Sonnenblumenwenden am Ende eines blauen Tages auf Elba oder sonst wo. – Es ist so viel vom Ich in Dir. – Wer sagt das so? – Einfach. – Ist das nicht.
Eine Muschel öffnet sich, - eine Perlenträgerin. - (Fast) jede Sehnsucht ist ein Trost. - heißt der Kater. - Das Schillernde ist roh und dünnhäutig, eine Libelle. - Die Kleinigkeiten im Leben meinen mich. - Sie greifen mich mehr an als die Wissenschaft, als Politik und Erdbeben. – Krakau schwimmt. – Auch das. – Ich sitze bei den Traumtieren und finde silberne Haare. – Die Lücken im Album haben sich geschlossen, - am Ende die Treppe mit den Blüten. – Da ist ein Wendepunkt. - Der leichte Sinn, der achte oder neunte. - Liebe ist? - Ist schwer zu sagen... – Und schwerer noch: das Andere, das Ich. – Ein schönes Stück Welt. – Verschüttetes geweckt. – Die Elefantenhaut ist abgearbeitet. – Der Himmel glühend. – Alles ist so groß. - Beim Eigenen bleiben, - bei dem, was sich aus dem inneren Sein in den Kopf hinaus kämpft in die Welt. - Immer wieder gibt es ein weißes Blatt Papier - ob hier, ob sonst wo. -– Hart ist das. - Sei nicht so in Eile. – Froh bin ich, wenn ich teilen darf. – Und ohne Schweigen. - Was ist, wenn Wünschen und Wollen keine Zeit haben? – Hoffnung? – Du schläfst. – Ich höre Dich atmen. – So ist das mit dem Zauber. – Manchmal. – Je älter das Leben wird, desto weniger braucht es von dem Vielen, desto mehr von dem Guten. - Und Jetzt ist ein Genügen.

 


 belladonna

 

am abend sprang sie

aus der grauen siedlung

wie ein kätzchen

aus dem fenster

wenn das steinchen

klopfte und das herzchen

während die gottlosen alten

mit bier und mallorcaträumen

vor der glotze hingen

haus dritte reihe

mitte erster stock

 

sie sprang weit wie sterne

mundrot augen glänzten

wimpern dicht und

schwarzgetuscht

beim eis essen

hing die zeit ab

mit tränen auf reisen und

when I am sixtyfour

dann sind wir anders

 

freunde

 

zeig mir deine

ich sage dir

wer du bist

wetterte ein strenger

hauch-mich-mal-an vater

als die sorgenmutter

den sonntagskuchen

zu falten rührte

und ich träumte

belladonna zu sein.

 


 

Als sie 70 ist, zeigt mir meine Mutter einen mit Postkarten prall gefüllten Schuhkarton, die sie aus ihrem Leben aufbewahrt hat. Bei Durchsicht finde ich eine Karte: „Liebe Inge, herzlichen Glückwunsch zu Deinem 16. Geburtstag. Ist es bei Euch auch so kalt? Heil Hitler! Dein Reinhard“. - Der 16. Geburtstag ist im Januar 1937. Auf der Vorderseite ein schwarzweiß Foto: Adolf Hitler in Uniform, er schüttelt einem anderen in Uniform die Hand. Sie stehen auf einer Wiese, Gebirge rundum. Diese Postkarte war damals ein Renner. - Meine Mutter steht neben mir, als ich die Karte in der Hand halte und sie frage: „Darf ich die haben?“ – „Oh!“, sagt sie schnell, „Meinen Adolf?“ - , mit einem glücklichen Klang in der Stimme, Wehmut und Sehnsucht nach einer Zeit, in der sie froh war, geschützter und aufgehobener als in jeder anderen Zeit ihres Lebens, dankbar für Freundschaften. Ich sehe sie 14jährig zwischen ihren Mitschülerinnen am Straßenrand stehen, im weißen Kleid, einen Blumenstrauß in der Hand, ausgewählt, um ihn dem Führer zu überreichen. Sehe sie 15jährig mit Onkel und Tante, bei denen sie lebt, um die Mittelschule zu besuchen, vor dem Volksempfänger sitzend, Adolfs Reden mit Bewunderung lauschend, im Anschluss kartenspielend oder singend. Sehe sie ein Jahr später den Gruß in den Händen haltend, verträumt an Reinhard denkend. - Nicht durch den Text sondern durch die Betrachtung des Fotos wird sie mit 70 plötzlich 16jährig in Haltung, Stimme und Mimik. Sie sieht ganz jung aus, wie sie in diesem Erinnern neben mir steht. Da ist es unmöglich, Fragen nach dem Bösen zu stellen. Später erzählt sie von ihrer Verschüttung unterm Hauptbahnhof in Dresden und dem langen Heimweg mit dem Rad in Etappen bis nach Schleswig-Holstein. Durchgeschlagen haben sie sich, sie und ihre Kameradin, in dem sie für die Besatzer kochten. Zum Geburtstag ihres Vaters erreichte sie den elterlichen Hof, 24 Jahre jung, der Zwillingsbruder war im Krieg gefallen. „In Bergen-Belsen hatten die Amerikaner Leiche neben Leiche am Straßenrand aneinandergereiht. Da habe ich zum ersten Mal gesehen, dass…“, sagt sie und spricht nicht weiter. - „Ihr habt ja keine Ahnung!“, sagt sie ein paar Jahre später zornig.

Als sie 80 ist, sieht sie eine Folge „Hitler und seine Frauen“ im Fernsehen. „Ich kenne sie ja alle“, sagt sie. „Das war ja meine Zeit. Ich wurde immer ausgewählt, weil ich so blond war und so blaue Augen hatte.“ – Aber,“ sagt sie nach einer Weile, „ich gehörte nicht zu denen, die sich nach einem Händeschütteln wochenlang nicht die Hände gewaschen haben.“